Wieso Erziehung meist etwas aus Dir macht, das Du gar nicht bist.

von | Sep 21, 2018 | Empathie, Persönlichkeit, Selbstfindung | 0 Kommentare

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#Podcast EMPATHISCH "Wieso Erziehung meist etwas aus Dir macht, das Du gar nicht bist."

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Musik https://audionautix.com Creative Commons 4.0

Ohne, das Dir das überhaupt bewusst ist. Und wieso Du Bewusstsein darüber benötigst, was Dir anerzogen wurde, damit Du Dich finden und Dich leben kannst. Damit Du eben nicht nur so lebst, wie Dir Leben beigebracht wurde, sondern so wie Du in Dir bist.

Doch warum ist es überhaupt so schwierig so zu leben, wie Du leben willst, wo doch die meisten Eltern nur das Beste für ihre Kinder wollen? Und sie sich so darum bemühen ihren Kindern Alles genau beizubringen, was sie selbst glauben, was sie für richtig halten und wie Leben für sie ist. 

Vor einer Weile las ich den Spruch: „Die Kinder von heute werden nach den Regeln und Sichtweisen von gestern erzogen, um ihr Leben im Morgen zu gestalten.“ Das, das nicht gut für die Kinder funktionieren kann, ist, glaube ich, Jedem klar.

Mir fallen selbst eine ganze Reihe von Impulsen ein, die in meiner Kindheit unterdrückt wurden, die sich aus heutiger Sicht als sehr richtig erwiesen haben. Doch ich will jetzt gar nicht über mich schreiben, sondern Dir bewusst machen, das Du Dich mit Deiner Vergangenheit auseinandersetzen musst und die Regeln Deiner Kindheit kennen solltest, um die alten Verbote aufzuheben und die Gegenwart so zu gestalten, wie Du es willst. Sonst wirst Du nur so leben, wie Du erzogen wurdest ohne es direkt zu bemerken und damit weit unter Deinen eigenen Möglichkeiten bleiben.

Die Sichtweisen, Verhaltensregeln, Anforderungen, Erwartungen, Denk- und Handlungsmuster, ungeklärten Emotionen und Energien, ungelebten Träume, ungelösten Themen und Traumatas unserer Eltern sind das Gefängnis in das wir hinein erzogen werden.

Unbewusst und auch vollkommen bewusst.

Meist in bester Absicht, doch oft mit katastrophalen Ergebnissen, gerade dann, wenn Du anders leben willst als es Deine Eltern für Dich vorgesehen oder Dir vorgelebt haben.

Genau dafür sehen wir uns jetzt 3 Stufen von Erziehung an und betrachten, warum wir uns von der Erziehung auch später als Erwachsene so schwer lösen können und wie es leichter werden kann aus den Grenzen der anerzogenen Regeln heraus zu kommen, um wieder zu unserer eigenen Ursprünglichkeit und Persönlichkeit zurückzufinden.

Um endlich durch die Türen gehen zu können, die für uns bestimmt sind, die sich jedoch solange nicht öffnen lassen, solange wir noch Gefangene in den Grenzen unserer Erziehung sind.

Die 3 Stufen von Erziehung, die wir uns hier ansehen:

1.

Bewusste
Erziehung

Durch die Vorgabe von Regeln, die uns in einem Gefängnis festhalten, dessen Grenzen wir auch als Erwachsene nicht übertreten können.

2.

Unbewusste
Erziehung

Durch das Vorleben von Leben, das unser Verhalten und Denken mit Mustern prägt und bestimmt wie wir unbewusst mit Anderen umgehen.

3.

Tiefprägende
Erziehung

Durch die Übernahme von nicht regulierten Emotionen, ungelösten Themen, ungelebten Träumen, die auf uns einwirken und freie Entfaltung verhindern.

1.

Die erste Stufe ist die bewusste Erziehung durch ganz aktive Erziehungsmaßnahmen, die festlegen, das darfst Du und das darfst Du nicht.

So bist Du o.k. und so bist Du nicht o.k.. Das ist möglich und das ist unmöglich. Oder auch das kannst Du und das kannst Du eben nicht. Das solltest Du tun und das in jedem Fall unterlassen. Es wird also ganz aktiv eine Festlegung von Grenzen getroffen. Es wird eine Zone etabliert in der Du Dich zu bewegen hast, sonst…..

Und das ist keine Komfortzone, sondern eine stressfreie Zone. Das heißt, wenn Du Dich an diese Regeln hältst, hast Du keinen Stress mit Deinen Eltern oder Erziehern. Ob Du deswegen viel Stress in Dir selbst hast, spielt dabei keine Rolle.

Bei der 1. Stufe geht es um ganz konkrete Fremdbestimmung und Folgsamkeit, weil jedes Übertreten der Grenzen bestraft wird.

Ja, das Übertreten dieser Grenzen wurde meistens bestraft. In unterschiedlicher Weise. Durch Liebesentzug, Schläge, noch mehr Grenzen oder Drohungen, solange bis diesen Regeln widerspruchslos gefolgt wird. Und je nachdem wie schwerwiegend, degradierend oder verletzend die Bestrafungen waren, die wir aushalten mussten, wenn wir eben anders gehandelt haben, als wir sollten, je nachdem wie mit uns umgegangen wurde, wenn wir uns getraut haben, den Rahmen unserer Eltern zu sprengen und ihre Regeln zu durchbrechen, desto leichter oder schwerer wird es uns in unserem eigenen Leben fallen diese Regeln, Denkmuster und diese Grenzen hinter uns zu lassen.

Doch nicht nur Bestrafung lenkt uns, sondern eben auch Belohnung. Nicht nur Kritik oder das Lächerlich machen zeigt Wirkung, sondern auch die Anerkennung oder das Lob dafür den Erwartungen entsprochen zu haben. Das umgesetzt zu haben, was von uns gefordert wurde oder das, was eben gut ankommt in dem Rahmen, in der stressfreien Zone der Eltern oder Erzieher*innen, in dem Gefängnis unserer Herkunft.

Die Entwicklung Deiner Fähigkeit Dein Leben so zu gestalten, wie es Dir entspricht, hängt davon ab, wie oft und wie weit Deine Eltern und Erzieher über das Ziel hinausgeschossen sind, um Dich folgsam zu bekommen, wie weit sie bereit waren Dich zu zerstören, zu zerbrechen, Dich konsequent in ihren Rahmen hineinzupressen und Dein ganzes Eigenengagement kaputt zu reden, klein zu machen oder es Dir einfach zu verbieten selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu handeln. Umso mehr Regeln in der Kindheit, desto schwerer später Deine Befreiung.

Erziehung über Anerkennung und Kritik oder Belohnung und Bestrafung formt aus Dir einen Menschen, der Du gar nicht bist.
Du versuchst nur den Ansprüchen zu genügen, die an Dich gestellt wurden.

Dabei warst Du in Dir schon immer genug und genau richtig für Dein Leben.

Doch die Anderen können das nicht erkennen, weil Dein Umfeld, Deine Erzieher*innen, Deine Eltern genau den selben Mist erlebt haben und ihnen genauso, wie Dir eingeprägt wurde, das sie eben nicht genügen und sich anstrengen müssen, um besser zu sein und genau das haben sie an Dich weitergegeben, wenn sie sich selbst bemüht haben Alles richtig zu machen.

Auch, wenn sie vielleicht alles anders gemacht haben als ihre Eltern und gegen deren Regeln rebellierten, solange sie nicht die Grundsätzlichkeit von Regeln in Frage gestellt haben und Dir als ‚Kind‘ nicht den Freiraum gegeben haben, alles so zu machen, wie Du es für Dich für richtig bewertest und sie Deine Genialität nicht anerkennen konnten, konntest Du Dich auch nicht entfalten. 

Meistens musstest Dich fügen in das Regelwerk Deiner Eltern und Erzieher*innen, Deines Umfeldes und der äußeren Realität und genau das formt auch Dein Empfinden, was Stress in Dir auslöst, weil Du genau weißt, wann und wofür Du Stress mit dem Umfeld bekommen wirst. Deswegen nenne ich die Zone, die wir irgendwann als erlaubt betrachten, die stressfreie Zone (nach David Icke, der den Begriff so zutreffend geprägt hat.).

Der Bewegungsrahmen, der durch die Regeln des Elternhauses, des Umfeldes, aber auch durch die Gesellschaft festgesteckt wird, in der wir aufwachsen, legt fest wie wir uns bewegen. Solange wir uns in diesem Rahmen bewegen, uns in dieser Zone aufhalten, sind wir o.k. und solange gibt es auch keinen Stress mit dem sozialen Umfeld. Nur eben Stress in uns selbst, um all die Impulse und Emotionen in uns wegzudrücken, die uns aus diesem meist viel zu engen Rahmen herausführen wollen. Und das geht Allen so, doch die Wenigsten spüren das überhaupt noch, weil sie sich mit dem Rahmen abgefunden haben. Ohne zu bemerken, wie sehr sie sich vom Leben abgeschnitten haben bzw. abgeschnitten wurden durch die Regeln von Anderen.

Erst, wenn wir beginnen die Regeln, die wir als richtig gelernt haben in Frage zu stellen, können wir die Gefängnistür öffnen und herausblicken auf ein Leben, das für uns möglich ist. Um jedoch wirklich durch die geöffnete Gefängnistür hinausspazieren und loslegen zu können mit unserem eigenen Leben bedarf das Auflösen aller 3 Stufen. Und das geht nur mit sehr viel Selbstbewusstsein.

Auch, wenn wir das Auflösen unbedingt wollen, stellt sich schnell heraus, das es eben nicht so leicht ist die Gesetze der Eltern loszulassen. Denn oft haben wir einerseits angefangen daran zu glauben, was uns beigebracht wurde und andererseits so viele negative Erfahrungen gesammelt, was passiert, wenn wir aus dem Rahmen fallen, das wir uns nun selbst an dem Rahmen festhalten. Uns weiterhin daran halten, was wir gelernt haben und brave Kinder bleiben. Oder uns unsere Angst in dem Rahmen zurück hält, weil wir wissen und erfahren haben, was Alles Schlimmes passieren könnte, wenn wir nicht das tun, was Andere von uns wollten.

Wenn uns z.B. beigebracht wurde bei Allem um Erlaubnis fragen zu müssen und eigene Impulse jedes Mal bestraft wurden, wird das Handeln aus eigenem Antrieb heraus schwierig oder nur noch mit viel innerem Stress möglich. Wenn wir selten Verständnis erlebt und erfahren haben, es jedoch immer Konsequenzen gab, wenn wir anders handelten als wir sollten, haben wir gelernt in erster Linie zu funktionieren, uns anzupassen, anstatt uns selbst zu leben.

Doch das ist bisher nur die bewusste Ebene. Nur das, was ’noch‘ relativ leicht erkennbar ist, wenn wir genau hinsehen, sehen wir in welchen Grenzen wir aufgewachsen sind. Wir können einige dieser Grenzen durch die Reflektion überwinden, ob die Grenzen, die uns vorgegeben wurden wirklich unseren eigenen Werten entsprechen oder eben nicht.

Die 2. und 3. Stufe sind viel schwieriger zu erkennen und brauchen sehr viel Recherche, Forschergeist und Verstehen der Zusammenhänge. Diese Stufen sehen wir uns jetzt an.

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2.

Die zweite Stufe ist die unbewusste Erziehung durch das Vorleben von Leben, das unser Verhalten prägt und bestimmt wie wir unbewusst mit Anderen umgehen. 

Und mit uns umgehen, mit dem Leben im Allgemeinen umgehen, Schwierigkeiten überwinden können und Probleme versuchen zu lösen. Handlungs- und Denkmuster schauen wir uns als Kinder meistens von den Erwachsenen ab und wenden sie in unserem Leben an, ohne zu realisieren, das wir mit einem Muster handeln und uns entscheiden könnten ganz anders zu handeln, wenn wir erkennen würden, das wir eben nur etwas wiederholen, was uns vorgelebt wurde unser Handlungsrepertoirè jedoch sehr viel weiter und umfangreicher sein darf.

Die zweite Stufe von Erziehung verläuft seitens der Eltern oder Erzieher*innen völlig unbewusst und wird nicht aktiv gesteuert. Wir werden durch die Beobachtung des Verhaltens unserer Eltern und unseres Umfeldes geprägt und dadurch mit den fremden Grenzen dieser Personen eingegrenzt.

Wir werden darüber erzogen wie unsere Bezugspersonen ihre Probleme lösen, wie sie mit Herausforderungen umgehen, wie sie miteinander umgehen, wie sie mit uns umgehen und wie sie sich Anderen gegenüber verhalten. Das prägt unser eigenes Verhalten auf einer Ebene die meist unsere Haltung zum Leben bestimmt, ohne das wir das direkt bemerken. 

Bei der 2. Stufe geht es um das „Dazugehören“, um den Gruppenzwang, der uns dazu bringt uns so zu verhalten, wie Alle Anderen in unserem Umfeld, weil jede Andersartigkeit, jedes andere Verhalten oft bekämpft wird, weil es für das Umfeld unbekannt ist und deswegen Angst macht oder Unsicherheiten hervorruft.

Und das heißt nicht, das wir alles toll finden, was wir beobachten. Manchmal lehnen wir das, was wir sehen so sehr ab, das wir alles anders machen wollen, wenn wir erwachsen sind und frei entscheiden können. Doch genau das können wir dann meist eben nicht mehr, weil wir gar kein anderes Verhalten kennengelernt haben und hängen in einem Gefängnis drin, das wir gar nicht sehen. Das sind die unsichtbaren Gefängnisstäbe, die uns im Gefängnis drin halten, auch wenn die Tür offen ist.

Erziehung tut etwas mit uns auf allen Ebenen. Körperlich, mental, emotional, energetisch und seelisch, so das unser Verhalten so stark geprägt wird, ohne das uns das überhaupt bewusst ist. Wir bemerken nicht, das wir etwas tun, weil wir eine bestimmte Reaktion vermeiden wollen oder etwas ganz Bestimmtes hervorrufen möchten und das auf der Grundlage, wie wir das Verhalten von Anderen erlebt haben. Weil nicht nur unser Denken geprägt wurde, sondern auch unsere Erwartungshaltung, die sagt, wenn ich  mich auf eine bestimmte Art und Weise verhalte, dann passiert etwas ganz Bestimmtes. 

Wir interpretieren unsere Realität nämlich nicht so wie sie ist oder wie wir sind, schon gar nicht aus dem Blickwinkel heraus was Alles möglich wäre, Nein, unser Fokus ist darauf gerichtet, wie wir Leben erfahren haben. Was für Erfahrungen wir selbst gemacht haben. 

Und so bitter diese Erkenntnis sein kann, ist es besser uns das bewusst zu machen, um ein anderes Verhalten neu zu erlernen und den eigenen Fokus zu verlagern. Unsere Sichtweisen zu erweitern und ganz neues Verhalten zu erlernen.  

Gerade, wenn Kritik und Anerkennung, Belohnung und Bestrafung in der Erziehung eingesetzt wurde, um den Verhaltenskodex der Eltern und des Umfeldes zu übernehmen, kommen wir da nicht so leicht heraus, weil diese Richtlinien fest in unserem Körper verankert sind.

Vielleicht ziehst Du Deinen Kopf automatisch ein, wenn Du etwas sagst, von dem Du weißt, dass das so nicht erwünscht ist oder der Meinung Deiner Eltern, Deiner Erzieher*innen oder Lehrer*innen widerspricht. Vielleicht wappnest Du Dich im Vorfeld, um Dich entsprechend schützen zu können und rechnest mit dem Schlimmsten. Mit einem Hieb, den Du aushalten, parieren oder abwehren musst. Vielleicht kannst Du auch gar nicht mehr aussprechen was Dich in Dir bewegt, weil Du nie erfahren hast, das das Irgendwen interessiert, eine Rolle spielt oder bestraft wurde, wenn Du Dich geöffnet hast und Dein Inneres im Außen gezeigt hast.

Diese Vorannahmen, Erwartungen oder negative Prägungen können sogar soweit führen, das sich Deine gesamte Körperhaltung verschiebt und Du ständig die Schultern hochziehst, ohne das Dir das bewusst ist. Das sich Dein Körper dauerhaft darauf eingerichtet hat, dafür gerügt zu werden, wenn Du zeigst, was für Dich richtig ist und Du Deine Wahrheit laut aussprichst.

Ich selbst versuchte mein Leben lang meinen Rücken gerader zu halten, doch diese Haltungsänderung war fast unmöglich und hat mich extrem angestrengt. Und ich wusste nicht warum das für mich so schwer war. Erst nachdem ich erkannt hatte, das ich dauerhaft meinen Kopf einzog, um mich vor Schlägen zu beschützen, verstand ich, wieso es so schwer für mich war meinen Kopf gerade zu halten.“

Schläge, die uns dazu erziehen sollten, das wir nicht mehr sagen, was wir denken, sondern nur noch das sagen, was gehört werden will, lassen uns meist verstummen, doch unser Körper zieht weiterhin den Kopf ein, wegen der Reaktion, die kommen könnte und wir gehen anders durchs Leben, als wenn wir unsere Gedanken, unsere Bedürfnisse frei äußern konnten ohne Angst vor Bestrafung. 

Und das ist nur ein kleines Beispiel für die Gefängnismauern, die um uns herum aufgebaut wurden. Es ist sehr viel umfassender, als wir geistig erfassen können und ein langer Prozeß der Bewusstwerdung ist notwendig, um da heraus zu kommen.

Wenn zuviel an Dir herum gezogen wurde, damit Du in die Muster und Rollen passt, die Deine Eltern für Dich vorgesehen haben, kannst Du nicht mehr gut spüren, was für Dich richtig ist.

Foto © Sabine von Straaten – unsplash.com

Dann versuchst Du nur Alles richtig zu machen.

Ganz so, wie es Dir beigebracht wurde. Bewusst und unbewusst hast Du Dein Verhalten angepasst an die Regeln, denen Du entsprechen solltest und an das, was Du als ’normal‘ kennengelernt hast oder Du rebellierst dagegen und kannst die Geschenke, die Besonderheiten und wichtigen Lernschritte von Deinen Eltern nicht annehmen, weil Du Alles ablehnst.

Deswegen braucht der Weg zurück zu Deiner Ursprünglichkeit, zu Deinem inneren Kern, zu Dir selbst und in Deine Persönlichkeit sehr viel Bewusstsein, Umdenken und Loslassen. Damit Du erkennen kannst, das Du in Dir schon immer vollkommen richtig warst.

Welcher Gedankenansatz ist im Hintergrund überhaupt für eine Erziehung verantwortlich, die nachhaltig eingrenzt und klein macht, anstatt zu öffnen und Potential zu entfalten?

Früher ist man davon ausgegangen, das Kinder quasi leer geboren würden, das sie vielleicht gewisse Ansätze von Talenten in sich hätten, die gefördert werden sollten, doch das sie grundsätzlich mit allem Wissen, Können und vielen Verhaltensregeln befüllt werden müssten. Das sie Alles lernen müßten und von sich aus nichts wirklich wüßten. Das Kinder viel Lenkung, Führung und Kontrolle benötigen, damit etwas aus ihnen werden kann, weil sie ja noch ’nichts‘ sind. 

„Ich glaube jedoch, wenn wir auf die Welt kommen, ist unsere Persönlichkeit bereits komplett in uns angelegt. Und unser Potential ist enorm und will in allen Bereichen durch Zuspruch und Ausprobieren entfaltet werden mit möglichst viel Freiraum, um sich selbst zu erweitern und sich vielfältig aufzustellen. Um herauszufinden was dauerhaft Spaß macht, Energie aufbaut und die eigene Persönlichkeit zeigt.“

Leider gibt es diese Form der freien Erziehung bisher nur sehr selten, weil die meisten Eltern die Entwicklung der Kinder genau kontrollieren, ihre eigenen ungelösten Themen, Ängste und Grenzen an ihre Kinder weitergeben ohne es überhaupt zu bemerken. Und solange kein Bewusstsein bei den Eltern und Erziehern für sich selbst vorhanden ist, wird eine Erziehung, die das eigene Potential voll entfaltet noch in den Sternen stehen. 

Doch wir können uns jetzt als Erwachsene, ganz egal mit welchem Alter, zurück arbeiten in die Persönlichkeit, die wir in uns sind. Wir dürfen neu entscheiden und uns selbst wiederfinden. Die Generationen vor uns waren noch nicht in der Lage diesen Weg zu gehen, weil sowohl das Wissen noch nicht vorhanden war, als auch viel zu wenig Hilfe für diesen Weg zur Verfügung stand. Heute ist das anders und wir können den Weg für uns jetzt erfolgreich gehen und all das auflösen, was uns einschränkt und eingrenzt, um nicht ständig die Themen unserer Eltern in unserem Leben zu wiederholen, sondern so leben, wie es uns selbst entspricht.

Wenn die vielen Hüllen, die in der Erziehung über Dich gelegt wurden durch Deine Befreiung immer mehr von Dir abfallen und Du zu Dir zurückfindest, wirst Du spürbar und erkennbar für Andere.

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Umso enger die Grenzen unserer Erziehung, desto höher waren auch die Erwartungen, das wir folgsam sind und uns vollkommen in das Regelwerk hinein pressen lassen und desto größer ist auch die Verständnislosigkeit dafür, das diese Regeln falsch sein könnten und das ‚Kind‘ mit dem eigenen Verhalten, den eigenen Zielen, den eigenen Absichten richtig liegen könnte. Es wird meistens geglaubt, es besser zu wissen. Dabei kann ein anderer Mensch, auch keine Eltern, es für ihr Kind besser wissen. Doch diese Haltung erfordert ein hohes Maß an Zutrauen, eigenes Selbstbewusstsein, um das ‚Kind‘ loslassen zu können und weder vereinnahmend, noch übergriffig zu sein.

Der Weg zurück in unser Richtig, in unseren inneren Kern, in unsere Persönlichkeit, ist oft verbaut von den vielen Anforderungen, die an uns gestellt wurden und von den ganzen Prägungen, die wir wie ein Schwamm in uns aufgenommen haben, als wir uns noch nicht davor schützen konnten. Bisher haben wir uns nur die nachvollziehbaren Auswirkungen von Erziehung angesehen. Das ist noch alles vollkommen logisch und denkbar. Doch es gibt noch einige Ebenen darunter und die betreffen die ungelebten Träume, die unterdrückten Emotionen und die Energie unserer Eltern. Das Alles hat jedoch die größten Auswirkungen auf uns und unser Leben und die sehen wir uns jetzt an. 

3.

Die dritte Stufe ist die tiefprägende Erziehung durch die Übernahme von nicht regulierten Emotionen, ungelösten Themen, ungelebten Träumen, die auf uns einwirken und freie Entfaltung verhindern.

Hier findet auf einer sehr tiefen Ebene eine Lenkung statt, die nur schwer erkennbar ist, weil wir sowohl uns selbst reflektieren müssen, unser Umfeld genau erkennen müssen und uns unsere Wirkung auf Andere bewusst werden muss, damit wir die Diskrepanzen zu unserem eigenen Sein erkennen können.

Das heißt im Klartext, die äußere Realität und andere Menschen reagieren auf uns nicht so, wie wir sind, sondern so wie die Übernahmen oder Elternthemen sind, die auf uns gelegt wurden. Wir kommen erst in ein reales Verhältnis von Senden und Empfangen, wenn wir die Übernahmen auflösen konnten und das ist die Meisterschaft unserer Erziehung bzw. unserer eigenen Persönlichkeit.

Das ist natürlich für Alle relevant, doch insbesondere Empath*innen übernehmen durch ihre Feinsinnigkeit und Sensibilität noch viel mehr als weniger aufmerksame Kinder, weil sie wahrnehmen können, was die Eltern oder ihr Umfeld eben nicht sehen und erkennen will oder auch kann. Der Sensor für unerfüllte Träume, ungelöste Themen oder unregulierte Emotionen ist bei empathischen Menschen am stärksten vorhanden, weil sie solche Ungereimtheiten aufspüren, um sich selbst besser vor Angriffen schützen zu können. Aus diesem Grund übernehmen sie viel mehr, als ihnen selbst gut tut.

Bei der 3. Stufe geht es um all das, was die Eltern in ihrem Leben nicht gelöst haben, nicht sehen wollten, nicht erkennen konnten und auf ihre Kinder projiziert haben oder was die Kinder von ihren Eltern übernommen haben, weil sie ihre Träume, Wünsche, Themen einerseits spürten und andererseits dieses nicht kohärente oder disharmonische Verhalten nicht aushalten konnten. 

Diese vielen Übernahmen und Verstrickungen mit den Eltern führen zu einer unglaublichen Dichte in dem Kind und zu einem Chaos, das oft über Jahrzehnte mühevoll aufgeräumt werden muss. Manchmal sind so große Knoten entstanden, das es viel Feinarbeit bedeutet, diese wieder auseinander zu dividieren und sie zu lösen, damit die eigene Energie frei fließen kann.

Das bedeutet alle wiederkehrenden Probleme und Schwierigkeiten in Deinem Leben, in Dir, in Deiner Beziehung und in Deinem Business haben IMMER etwas mit diesen Übernahmen von Deinen Eltern zu tun. Sie lassen sich meist ganz genau zurückverfolgen und zuordnen, wenn wir recherchieren woher sie stammen. Ich arbeite im COACHING mit einem Stammbaum, um sich selbst eine gute Übersicht herzustellen, woher die verschiedenen Themen kommen und vor allen Dingen von Wem. Schon allein diese Klarheit verhilft uns dazu die vielen Knoten immer mehr aufzutüddeln und die Energie besser fließen zu lassen.

Doch um an die 3. Stufe überhaupt herankommen zu können, um uns das Erkennen der Übernahmen zu erschließen, muss vorher ein entscheidender Schritt gegangen werden. Und der bedeutet all das nachzunähren, was wir in unserer Kindheit zu wenig empfangen haben. Das sind heruntergebrochen auf die 2 wichtigsten Motivationen, die uns antreiben, Liebe und Anerkennung.

Die Liebe unserer Mutter und die Anerkennung unseres Vaters.

Auch, wenn Du jetzt denkst, mit der Betonung auf denken, das Du davon in Deiner Kindheit genug erhalten hast, denkst Du das meistens eben nur. Die Realität sieht anders aus, weil unsere Gesellschaft durch die kollektiven Themen sehr ähnliche Entwicklungen durchläuft und der Mangel an Mutterliebe und die Anerkennung der Väter hat kollektive bzw. historische Wurzeln und ist bedingt durch das Spiel von FRAU & MANN. Oder sagen wir mal dem derzeit falschen Spiel von FRAU & MANN, das nicht natürlich laufen kann, weil die äußere Realität ausschließlich männlich geprägt und entwickelt ist. Und deswegen ist es ein kollektives Thema, das so gut wie alle Kinder zu wenig Mutterliebe und zu wenig väterliche Anerkennung erhalten.

Du kannst diese fehlenden Bausteine jedoch in Dir nachträglich über Deine Vorstellung in Dir aufbauen, um dann die 3. Stufe klarer erkennen zu können und sie zu lösen.

Für das Nachnähren mit Mutterliebe und der Anerkennung des Vaters biete ich das kostenfreie Mini-Training Ablösung Eltern an, für das Du Dich kostenfrei anmelden kannst, um diese Grundbedingung als erstes in Dir zu erfüllen und dann kann es weitergehen auf der Reise zu Dir selbst und raus aus den Grenzen Deiner Erziehung.

Sandra Carmen

WENN DU IN DEINER KINDHEIT VIEL ZU WENIG LIEBE & ANERKENNUNG VON DEINEN ELTERN ERHALTEN HAST, DESWEGEN NOCH VERSUCHST IHRE ERWARTUNGEN ZU ERFÜLLEN UND DEIN EIGENES LEBEN STÄNDIG HINTEN ANSTELLST.

Melde Dich für das Mini-Training Ablösung Eltern an und nähre Dich mit Liebe und Anerkennung nach, um Dich zu befreien.

Kostenfrei

Foto © chema-photo – unsplash.com

„Ich freue mich, wenn Du in den Kommentaren schreibst, ob Dir die 3 Stufen von Erziehung bereits bewusst waren und ob Du Dich da bereits heraus ziehen konntest. Und wie lange Du daran arbeiten musstest oder ob Du immer wieder vor den selben Türen in Deinem Leben stehst und daran verzweifelst, weil sie sich nicht öffnen lassen.“ 

Sandra Carmen

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von Sandra Carmen Gardlo 

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